Wer sind wir?

Stichting Urk in Oorlogstijd / Stiftung Urk zu Kriegszeiten
Houtrib 10
8321 SL Urk (Niederlanden)

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Zuschreibung: Stichting Urk in Oorlogstijd te Urk

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Stiftung Urk zu Kriegszeiten wurde im September 2007 von Peter Hoekstra, der schon Jahre als Amateur im Bereich der (Urker) Geschichte des Zweiten Weltkriegs aktiv war, errichtet. Er konzipierte die Idee, um das Wissen über die Jahre Urks während des Zweiten Weltkriegs gemeinsam auf einer Website zu versammeln. Mit dem Launch der Website www.urkinoorlogstijd.nl hat Stiftung Urk zu Kriegszeiten seine erste offizielle Tätigkeit.
Mission und kulturhistorische Bedeutung

Mit ihren Aktivitäten will Stiftung Urk zu Kriegszeiten die Geschichte von Urk während des Zweiten Weltkriegs auf einem innovativen und attraktiven Weg einem breiten Publikum zugänglich machen. Durch Konzentration auf die lokale Geschichte, will die Stiftung die “große Geschichte” des Zweiten Weltkriegs dem Leser näher bringen und somit Anerkennung fordern.

Man kann die Gegenwart nicht verstehen ohne die Vergangenheit zu kennen, ist eine Aussage, die einen großen Kern von Wahrheit besitzt. Die Gegenwart von heute wird geformt durch die Vergangenheit von gestern. Stiftung Urk zu Kriegszeiten hofft mit seinen Aktivitäten einen wichtigen Beitrag zu leisten, um das historisches Bewusstsein der Jugend Urk zu erhöhen. Es ist unser Ehrgeiz um als Stiftung Urk zu Kriegszeiten mit der Webseite und den pädagogischen Projekten, eine Grundlage zu schaffen, um den Zweiten Weltkrieg und dessen Auswirkungen auf Urk nie mehr zu vergessen.

Luftkrieg

Wo während des Ersten Weltkrieges kaum Rede von war, wurde eines der Merkmale der Kriegsführung des Zweiten Weltkriegs: die Bombardierung. Während zu Beginn des Krieges die Deutschen die Oberhand in der Luft hatten, waren es im Laufe des Jahres 1943, mit Hilfe der Einmischung der Vereinigten Staaten, die Alliierten, die das Übergewicht in der Luft besaßen. Dies führte zu massiven Bombardierung deutscher Städte, die Tag und Nacht andauerten.

Urk war ein Erkennungspunkte auf dem Weg nach Deutschland, etwas, das es seiner Lage zwischen zwei Deichen verdankte. Rund um das Ijsselmeer hatten die Deutschen ein Netz von Radaranlagen angelegt, das in der IJsselmeer Region alliierten Flugzeuge lokalisierte. Oft machten deutsche Jäger der Luftwaffenbasis in Leeuwarden Jagd auf die alliierten Bomber. Während des Krieges stürzten viele alliierte Flugzeuge in der Nähe von Urk ab, nicht nur ins Ijsselmeer, sondern auch in den neu aufgearbeiteten Noordoostpolder. Die meisten Piloten wurden von den Deutschen verhaftet, aber manchmal haben sie es geschafft, sich in dem auf vielen Orten mannshohen Schils des Polders zu verstecken und zu fliehen.

Auf Urk waren mehrere Menschen aktiv in der Pilotenhilfe. Zwei Urker Männer, Peter Brouwer und Pieter Hakvoort, gaben ihr Leben für die Hilfe an alliierten Piloten, sie wurden in ein Konzentrationslager deportiert und überlebte die Strapazen nicht. Nach beiden Männern wurde nach dem Krieg eine Straße in dem alte Dorf von Urk benannt ( Bezirk 5 und 1).

Während des Krieges sind auf Urk etwa 175 Besatzungsmitglieder der alliierten Piloten geborgen worden. Der erste Pilot, der auf Urk angespült wurde, wurde unter überwältigendem Interesse der Bevölkerung von Urk auf dem Kirchhof bei dem “Kerkje aan de Zee” begraben. Dr. Van Wiersma führte durch die Zeremonie, die in einer überwältigenden Demonstration der Sympathie mit den Alliierten gipfelte. Die Deutschen verbaten ein weiteres Begräbnis auf diese Art und Weise zu organisieren, daraufhin wurden die angespülten Leichen in aller Stille beerdigt.

Befreiung

Die Befreiung von Urk kam am 17. April 1945, mehr als zwei Wochen vor der Kapitulation Deutschlands.

Vorboten der Befreiung
Am Samstag 14. April wurde die Telefonverbindung mit dem Festland abgebrochen. Die Deutschen, die noch auf Urk anwesend waren, trafen Vorbereitungen um aufzubrechen. Am Sonntag, den 15. April ließen sie zwei Schiffe versenken, so dass die Schleuse versperrt wurde. Die Kirchgänger aus der Bethelkirche sahen an dem Sonntagmorgen beim Verlassen der Kirche, dass die Deutschen Bettzeug aus dem Pfarrhaus trugen. Diese Deutsche fuhren an diesem Nachmittag auf zwei Schiffen aus, während zwei andere Waffenschiffe noch im Hafen zurückgelassen wurden.

In dieser Nacht waren auf Urk Explosionen zu hören von dem Kran, der versenkt wurde, um den Hafen zu blockieren. Am nächsten Morgen, am 16. April verließen die letzten Deutschen die Insel über den Deich. Da gab es noch keine Straße nach und von Urk, diese wurde erst 1948 gegründet. An diesem Montag Abend verließen die letzten Waffenschiffe den Urker Hafen: Urk war weder besetzt noch völlig befreit und isoliert. Der einzige Landwächter, den Urk hatte, versuchte, über den Deich zu entkommen, wurde aber zurückgeschickt. NSB Bürgermeister Landman versuchte mit einem kleinen Boot zu fliehen, aber er wurde gestoppt. In der Nacht vom 17. auf 18. April kamen die nationalen Streitkräfte zum Einsatz und nahmen einige NSB’er fest, die mit einem Boot im Polder waren.

Am Mittwoch, den 18. April erschienen die ersten Fahnen an den Urker Häusern. Die Menschen gingen auf die Straße und alle waren begeistert. An diesem Nachmittag war ein gemeinsames Singenim Hafen an dem sich die Bevölkerung massiv beteiligte. Befreiungslieder, bereits im September gedichtet, wurden lauthals gesungen. Abends wurde der erste Dankgottesdienst abgehalten.

Der nächste Tag,Donnerstag 19. April, bekam in der Erinnerung der Urker Menschen einen schlechten Beigeschmack. Die Mädchen, die während des Krieges Umgang mit einem Deutschen hatten, wurden abgeholt und ihnen wurde vor dem Rathaus, unter großem Interesse der Bevölkerung, eine Glatze geschnitten. Inmitte der Feierlichkeiten wurden versehentlich Schüsse abgefeuert, wobei zwei junge Männer ihr Leben verloren. Die Lage auf Urk war bei der Befreiung, wie im Rest der Niederlande, ziemlich chaotisch. Urkers, die lediglich von Kontakten mit dem Feind verdächtigt wurden, wurden als NSB’er verhaftet. Die NSB’er wurden in einem Lager in der Nähe von Emmeloord interniert, wo sie einer strengen Disziplin, unter anderem durch Urker Wachen, unterworfen wurden.

Kanadier auf Urk!

Seit dem 16. April waren auf Urk weder Befreier noch Besatzer signalisiert worden. Erst am Freitag, den 20. April, erschienen die ersten Kanadier auf Urk, die mit großer Freude und ausgelassen empfangen wurden. Endlich wurde mehr deutlich. Es schien, dass NSB Bürgermeister Landman unbewußt Wochen über die Erklärungen, die zur Befreiung aufgehangen werden mussten, gegrübelt hatte. Sie waren in dem Sitz seines Stuhles versteckt … Die Namen derer, die alliierten Piloten versteckt und geholfen hatten, wurden bekannt gemacht. Vier Männer, Jelle Visser, Lub Hoekman, Lub Hakvoort und Joh. Gerssen erhielten hierfür ein lobenswertes Zertifikat.

Ende Juni feierte Urk zwei Tage lang leidenschaftlich seine Befreiung. Ein Kinder-Umzug wurde organisiert, gefolgt von einer Kinder-Party. Man hielt eine Prozession vorbei an den Gräbern der Gefallenen und es fand ein Gedenkgottesdienst statt. Die Landung des Prinzen von Oranien wurde simuliert und ein Lagerfeuer wurde entzündet. Auch Segel-und Fußballwettkämpfe durften nicht fehlen, sowie Feuerwerk und eine Filmvorstellung. Während der Danksagung wurde Psalm 24 oft gesungen:

Vorausgesetzt der Herr war mit uns
Vorausgesetzt der Herr, der uns geholfen hat
Als das feindliche Heer und Angriff befürchtet wurde,
nicht gerettet hätte, wir wären lange vorbei.

Wir entkamen gerade des Vogelfängers Netz,
Der lose Strick, zu unserem Zerfall gesetzt;
Der Strick brach, und wir sind frei geworden;
Der Herr ist uns zur Hilfe in unserem Gebet;
Der Gott, der Erde und Himmel schuf.

Das Leben nach der Befreiung

Die Niederlande wurde befreit, aber das Elend war dadurch auch auf Urk, nicht vorbei. Es gab noch genug Sorgen. Viele Produkte wurden für eine lange Zeit aufgrund der Knappheit rationiert. Die Fischerboote, die im Laufe des Krieges von den Deutschen gefordert wurden, musten gesucht werden. Mehrere Urkers unternahmen Suchaktionen durch die Niederlande und weit über die Grenzen hinaus, um ihre Boote zu finden. Die meisten Fischerboote wurden schließlich gefunden. Langsam kehrten abgeschobene Urkers wieder zurück, aber nicht alle. Bürgermeister Keijzer kehrte am 14. Mai aus der Gefangenschaft zurück.

Wöchentlich hatte die Lokalzeitung eine freudige Mitteilung zu berichten. Zum Beispiel wurde ein Streifen von der Nordsee wieder für den Fischfang freigegeben, die Güterknappheit wurde langsam weniger, die Arbeit an den Deichen wurde wieder aufgenommen und die Bootsverbindung mit Enkhuizen, Kampen und Amsterdam wurde wieder hergestellt. Wann immer ein Fischerboot, wie kaputt es auch gewesen sein mag, in den Hafen einfuhr, herschte Freude. Das Licht des Leuchtturms brannte wieder, und das Kirchentelefon war wieder in Betrieb genommen. Geborgen wurden die Schiffe, die im Hafen versenkt worden waren und ein Schiff mit gestohlenen Kirchenglocken, das sich außerhalb des Hafens befand.

Die guten Nachrichten überherrschten in der zweiten Hälfte des Jahres 1945, aber dennoch war Urk nicht unversehrt durch den Krieg gekommen. Regelmäßig wurden noch angespühlte Flieger vorübergehend auf Urk begraben, Urker Fischboote schienen verloren und nicht alle Dorfbewohner kehrten zurück. In der Urker Bevölkerung herrschte trotz allem das Bewusstsein, dass andere Orte schlimmer betroffen waren, einschließlich der Veluwse Dorf Putten und das überschwemmte Walcheren.

Urk wurde während des Krieges nicht mit dem Schrecken der Bombardierung, Beschießungen und extremen Hunger konfrontiert. Die Zahl der Urkers, die den Krieg nicht überlebt hat, war relativ gering und der Schaden war nicht so schlimm, außer die große Anzahl der geforderten Fischerboote. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr große und kleine Geschichten über den Zweiten Weltkrieg auf Urk auf Papier gesetzt, sodass diese einschneidende Zeit in der Geschichte von Urk nicht vergessen wird. Obwohl viele Urker, die den Krieg persönlich erlebt nun verstorben sind, leben ihre Geschichten in den Büchern, die über diesen Zeitraum erschienen sind.